Das kommende Jahr bringt einige Neuerungen für Arbeitgeber. So müssen sie zum Beispiel neu eine Lohnanalyse durchführen. Zudem wird der Schwellenwert für die Stellenmeldepflicht gesenkt. Auch bei den Sozialversicherungstarifen gibt es eine wichtige Änderung. Zudem tritt am 1. Januar 2020 die revidierte Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten in Kraft.

Seit dem 1. Juli 2018 sind Arbeitgeber aufgrund der Stellenmeldepflicht verpflichtet, offene Stellen in Berufsarten mit einer Arbeitslosigkeit von über 8 Prozent den regionalen Arbeitsvermittlungszentren zu melden. Der Schwellenwert für die meldepflichtigen Berufe sinkt per 1.1.2020 auf 5 Prozent. Die entsprechende Liste ist auf www.arbeit.swiss verfügbar. Interessanterweise finden sich auf dieser Liste nur wenige in der Bankbranche vertretene Berufsarten. Dies ist auf die überarbeitete Berufsnomenklatur und die gesunkene Arbeitslosigkeit zurückzuführen. In der Bankbranche gilt die Meldepflicht namentlich für Empfangspersonal und Telefonisten.

Am 1. Juli 2020 treten die neuen Bestimmungen des Gleichstellungsgesetzes in Kraft. Diese sehen eine Pflicht zur Durchführung von Lohnanalysen für Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden vor. Die interne Analyse muss durch eine externe Stelle kontrolliert werden. Zudem müssen die Mitarbeitenden und die Aktionäre über das Resultat informiert werden. Die Analyse muss alle vier Jahre durchgeführt werden, bis das Resultat zeigt, dass die Lohngleichheit eingehalten ist. Ab diesem Moment entfällt die Analysepflicht. Arbeitgeber Banken hat für seine Mitgliedfirmen in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen ein einfaches und pragmatisches Paketangebot für die Durchführung der Lohnanalyse entwickelt.

Als Folge der Annahme der AHV-Steuerreform (STAF) wird der AHV-Beitragssatz für Arbeitgeber und Arbeitnehmende per 1.1.2020 um je 0.15 Prozentpunkte erhöht. Ab 1.1.2020 beträgt der Beitragssatz somit neu 8,7 Prozent (je 4,35 Prozent), statt wie bisher 8,4 Prozent. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.

In verschiedenen Kantonen werden die Familienzulagen per 1.1.2020 erhöht. Es handelt sich dabei um die sogenannten sozialpolitischen Begleitmassnahmen zur kantonalen Umsetzung der Steuervorlage STAF. Die bisher bekannten Erhöhungen betreffen die Kanton Basel-Stadt, Fribourg, St. Gallen, Schaffhausen und Appenzell Innerrhoden. Auf der Website der Eidgenössischen Ausgleichskasse findet sich eine laufend aktualisierte Zusammenstellung der Änderungen im Bereich der Familienzulagen. Die Erhöhung der Zulagen kann zur Folge haben, dass Erwerbstätige einen Anspruch auf Differenzzahlungen erhalten, sofern der andere Elternteil für dieselben Kinder in einem anderen Erwerbskanton tiefere Zulagen bezieht.

Derzeit ist noch unklar, ob das Referendum gegen den vom Parlament beschlossenen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub zustande kommt. Sollte es kein Referendum geben, könnte der Vaterschaftsurlaub bereits am 1. Juli 2020 eingeführt werden. Der Vaterschaftsurlaub soll in den ersten sechs Monaten nach der Geburt eines Kindes am Stück oder tageweise bezogen werden können. Finanziert wird der Vaterschaftsurlaub wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung.

Die revidierte Fassung der Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB) tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Sie sieht verschiedene Neuerungen im Bereich der Arbeitsmarktfähigkeit vor und enthält neu auch Schutzbestimmungen für ältere Mitarbeitende. Weitere Infomationen finden Sie unter diesem Link.