Bei der Berechnung von Überstunden kommt es in der HR-Praxis häufig zu Streitfragen. Nun hat das Bundesgericht zur Frage Stellung genommen, wann von einer stillschweigenden Genehmigung der Überstunden durch den Arbeitgeber auszugehen ist, und wann nicht.

Überstundenarbeit im Sinne von Art. 321c OR liegt vor, wenn die vertragliche Arbeitszeit überschritten wird. Gerade bei Kaderangestellten wird die Abgeltung von Überstundenarbeit mit Verweis auf das Salär und die Eigenverantwortung häufig ausgeschlossen. Liegt kein solcher Ausschluss vor, sind Überstunden mit Freizeit von mindestens gleicher Dauer oder mit einem Lohnzuschlag von mindestens einem Viertel auszugleichen. In diesen Fällen kommt es in der Praxis häufig zu Diskussionen über die Berechnung des Überstundensaldos. Falls keine ausdrückliche Anordnung vorliegt, stellt sich die Frage, ob die Überstunden durch den Arbeitgeber stillschweigend genehmigt wurden?

Dazu hat das Bundesgericht in einem neueren Fall festgehalten, dass nur dann von einer Genehmigung ausgegangen werden könne, wenn der Arbeitgeber von der Mehrarbeit weiss oder wissen muss. Konkret bedeutet dies, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber über die Überstundenarbeit in Kenntnis setzen muss. Andernfalls riskiert er seinen Kompensationsanspruch zu verlieren. Dies gilt auch dann, wenn die Überstunden erforderlich waren und im Interesse des Arbeitgebers lagen. (Entscheid Nr. 4A_482/2017).