Die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und eine sozialpolitische Herausforderung, der angesichts der demografischen Veränderung eine zunehmende Bedeutung zukommt. Die Arbeitgeber sind sich ihrer Verantwortung bewusst und bereit, einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege zu leisten. Gesetzliche Bestimmungen, welche die Angehörigenpflege einseitig zu Lasten der Arbeitgeber regeln, sind aus Arbeitgebersicht hingegen abzulehnen. Vielmehr ist auf individuelle Lösungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden zu setzen.

Die Vorschläge betreffend kurzfristige Absenzen bei Erkrankung von Angehörigen lehnt Arbeitgeber Banken ab, weil die entsprechenden Grundlagen im Arbeitsgesetz und im Obligationenrecht bereits ausreichend geregelt sind.

Der als zweite Massnahme vorgeschlagene Betreuungsurlaub bei schwerer Erkrankung von Kindern ist aus Sicht von Arbeitgeber Banken zu starr und wird der Problematik nicht gerecht. Bei diesen Fällen handelt es sich immer um schwere und individuelle Schicksalsschläge, die individuelle Lösungen erfordern. Es liegt in der Verantwortung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, in solchen Fällen bedarfsgerechte Lösungen zu finden, was in der Praxis in aller Regel auch gelingt.

Eine weitere Problematik stellen aus Arbeitgebersicht die organisatorischen Herausforderungen aufgrund der zunehmenden Anzahl an Gesetzesprojekten dar, welche zu einer Ausweitung der Absenztage führen würden. Aber auch die Vielzahl von unterschiedlich weit gediehenen Projekten, welche insgesamt zu einer markanten Erhöhung der Lohnnebenkosten führen würden, sprechen gegen eine gesetzliche verankerte Ausweitung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigen und Angehörigenbetreuung. Dazu zählen namentlich die im Ständerat vorgeschlagene Erhöhung der Lohnbeiträge um 0,3 Prozent für die Steuervorlage 17, die hängigen Vorschläge für Vaterschafts- und/oder Elternurlaub resp. Adoptionsurlaub sowie Vorstösse für einen über die nun präsentierte Vorlage hinausgehenden Careurlaub (namentlich zur Pflege von Eltern).

Zählt man all diese Vorhaben zusammen, droht in den nächsten zwei bis drei Jahren ein markanter Anstieg der Lohnkosten von deutlich über einem Prozent. Dies wäre für die Konkurrenzfähigkeit des Arbeits- und Werkplatzes Schweiz mit Sicherheit keine gute Entwicklung.

Den Betreuungsgutschriften in der AHV auch bei leichter Hilflosenentschädigung kann aus Sicht von Arbeitgeber Banken zugestimmt werden, weil damit die Angehörigenpflege mit geringen Zusatzkosten gefördert werden kann.