Der Bundesrat hat mit dem Übergang zur sogenannten Stabilisierungsphase per 31.5.2021 verschiedene Lockerungen von Corona-Massnahmen bekanntgegeben, namentlich in den Bereichen Gastronomie, Veranstaltungen und Homeoffice. Arbeitgeber Banken fasst die für Arbeitgeber in der Bankbranche relevanten Informationen wie folgt zusammen:

  • Die seit 18.1.2021 geltende Homeoffice-Pflicht bleibt grundsätzlich bestehen. Sie wird aber zur Empfehlung reduziert für Betriebe, die ihren Mitarbeitenden die Gelegenheit geben, sich mindestens einmal pro Woche vor Ort testen zu lassen. Auch für solche Betriebe spricht das BAG eine Homeoffice-Empfehlung aus. Diese ist aber nicht näher präzisiert und kann durch die Unternehmen eigenverantwortlich umgesetzt werden.
  • Betriebe, welche von der Homeoffice-Lockerung profitieren wollen, müssen gemäss Covid-Verordnung über ein Testkonzept verfügen. Es gibt keine spezifischen Vorgaben für dieses Konzept. Es muss weder durch Behörden genehmigt noch den Mitarbeitenden vorgelegt werden, sondern den Ablauf des Testverfahrens beschreiben, das zu einer wöchentlichen Testmöglichkeit für die Mitarbeitenden führt. Es ist auch kein Testzwang oder ein prozentualer Mindestanteil an getesteten Personen vorgesehen. Zudem müssen die Betriebe die Mitarbeitenden über die Vorteile des regelmässigen betrieblichen Testens informieren. Auch diesbezüglich bestehen keine spezifischen Vorgaben. Ein entsprechender Textbaustein ist im Faktenblatt des BAG (siehe Link unten) enthalten.
  • Das Testen muss entweder über gepoolte PCR-Speicheltests gemäss den kantonalen Testprogrammen oder durch Antigen-Schnelltests erfolgen, die nur unter Beizug einer medizinischen Fachperson durchgeführt werden dürfen. In beiden Fällen übernimmt der Bund die Testkosten. Die in den Apotheken erhältlichen Selbsttests sind nicht zum repetitiven betrieblichen Testen zugelassen.
  • Die geltenden Massnahmen zum Schutz von besonders gefährdeten Mitarbeitenden werden bis zum 30.6.2021 verlängert.
  • Der nächste Lockerungsschritt wird voraussichtlich per 1.7.2021 erfolgen und am 23.6.2021 bekanntgegeben. Es ist aber noch nicht klar, ob die Testpflicht bereits auf dieses Datum wegfallen wird. Mit dem für Ende Juli erwarteten Übergang in die Normalisierungsphase dürfte dies dann aber der Fall sein.

Vor diesem Hintergrund bieten sich den Unternehmen die folgenden Handlungsoptionen:

  1. Umsetzung der Homeoffice-Lockerung durch Anbieten einer wöchentlichen Testmöglichkeit im Betrieb. Dies kann entweder durch Beteiligung an den kantonalen Testprogrammen (PCR-Pooling) oder durch Beizug einer medizinischen Fachperson (Antigen-Schnelltests) erfolgen. Denkbar ist auch der Beizug einer spezialisierten Firma, die «Paketlösungen» zum Testen anbietet (z.B., keine abschliessende Aufzählung: www.knechtcare.ch, www.mybiopassport.com oder Hirslanden: https://www.hirslanden.ch/de/corporate/kampagnen/covid-19-test/praeventives-testen-betriebe.html)
  2. Beibehaltung der seit 18.1.2021 geltenden Homeoffice-Praxis und Verzicht auf den Aufbau eines Testprogramms. Für Mitarbeitende, die ihre Arbeit nicht im Homeoffice verrichten können und deshalb weiterhin vor Ort arbeiten, ist kein Testkonzept vorgeschrieben. Dieses Vorgehen eignet sich für Betriebe, die den Aufwand zur Etablierung einer Testinfrastruktur vermeiden möchten und die Weiterführung der geltenden Homeoffice-Pflicht für zumutbar halten. Ein baldiger Wegfall der Testvorgaben ist zu erwarten, aber nicht garantiert.

Stellungnahme:

Arbeitgeber Banken bedauert die Einführung einer Testpflicht als Bedingung für die Lockerung der Homeoffice-Pflicht. Der Verband hat sich in seiner Eingabe an den Bundesrat für eine Testempfehlung statt einer Testpflicht ausgesprochen, die von den Arbeitgebern eigenverantwortlich umgesetzt wird. Arbeitgeber Banken fordert gemeinsam mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband und weiteren Branchenverbänden, dass der Bundesrat beim nächsten Lockerungsschritt per 1.7.2021 die Homeoffice-Pflicht für allen Unternehmen aufhebt und durch eine entsprechende Empfehlung ersetzt.

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