Vor dem Hintergrund anhaltender Herausforderungen für die Banken dürfte der Handlungsspielraum für die Lohnrunde 2017 bei vielen Instituten beschränkt sein. Stattdessen wird der Erhalt von Arbeitsplätzen im Vordergrund stehen.

Während sich bei der globalen Wirtschaftsentwicklung für 2017 ein uneinheitliches Bild mit einem insgesamt moderatem Wachstum abzeichnet, wird für die Schweiz nach einem deutlichen Konjunkturanstieg im zweiten Quartal 2016 eine vorsichtig positive Prognose für 2017 gestellt. Verschiedene Stimmungsindikatoren deuten auf eine langsame Verdauung der Frankenstärke hin, auch wenn diese nach wie vor die zentrale Herausforderung für viele Unternehmen darstellt. Der aufgrund der Währungssituation verschärfte Margendruck und die daraus resultierenden Kostensenkungen schränken den Handlungsspielraum der Unternehmen ein.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO geht für 2017 von einem Wirtschaftswachstum von 1.8% aus, wobei diese Prognose mit Risiken und Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung im Ausland, namentlich auf die noch unklaren Folgen des Brexit-Entscheids, belastet sind. Die Banken in der Schweiz sehen sich auch 2017 mit grossen Herausforderungen konfrontiert: Frankenstärke, anhaltender Margendruck, hohe Regulierungskosten, steigenden Kosten für Investitionen in neue Technologien, Druck auf Rahmenbedingungen aufgrund internationaler Entwicklungen sowie anhaltender Strukturwandel.

Der Handlungsspielraum für die Lohnrunde dürfte angesichts dieser schwierigen Ausgangslage bei vielen Instituten beschränkt sein. Stattdessen wird der Erhalt von Arbeitsplätzen im Vordergrund stehen. Eine Umfrage bei den im Vorstand von Arbeitgeber Banken vertretenen Instituten im September 2016 hat gezeigt, dass die Banken generelle Lohnerhöhungen wie in der Vergangenheit ablehnen, sondern individuelle Erhöhungen im Gesamtumfang von zwischen 0.25% und 0.5% erwarten.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Empfehlung von Arbeitgeber Banken, sondern lediglich um das Ergebnis einer Befragung. In der Bankbranche finden keine Lohnverhandlungen zwischen den Sozialpartnern statt, mit Ausnahme der Verhandlungen über den Mindestlohn. Die Lohnrunden finden innerhalb der Banken statt, ggf. unter Einbezug der internen Angestelltenvertretungen.