Der breite Einsatz von Covid-19-Selbsttests und eine weitgehende «Durchimpfung» der Bevölkerung werden sehnlichst erwartet, weil damit eine allmähliche Normalisierung des Privat- und Wirtschaftslebens möglich wird. Arbeitgeber Banken fasst den aktuellen Stand der Dinge zu den Tests und zur Impfung zusammen und nimmt Stellung aus Arbeitgebersicht.

Testen – Unkomplizierte Selbsttests ab 7. April 2021 verfügbar

Die erweiterte Teststrategie des Bundes ermöglicht den Einsatz von validierten Antigen-Schnelltests auch für die Testung von symptomlosen Personen. Diese Tests erfordern den Einbezug von medizinischem Fachpersonal. Zahlreiche Kantone haben Konzepte für «repetitive Schnell-Tests» entwickelt, die auch für Unternehmen zugänglich sind (Beispiel: Kanton Zürich)

Von den Antigen-Schnelltests zu unterscheiden sind die Antigen-Selbsttests, die ohne Einbezug von medizinischem Fachpersonal und unabhängig von kantonalen Testprogrammen eingesetzt werden können. Der Bundesrat hat die Voraussetzungen für den Einsatz solcher Tests geschaffen. Diese dürfen nur durch Apotheken abgegeben werden. Jede Person soll ab 7. April 2021 fünf kostenlose Selbsttests pro Monat in einer Apotheke beziehen können. Ob, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen Unternehmen Antigen-Selbsttests beziehen und abgeben können, ist noch nicht klar.

Arbeitgeber Banken erachtet ein regelmässiges Testen der Bevölkerung und damit auch von Mitarbeitenden auf Covid-19-Symptome als wichtiges Element der Pandemie-Eindämmung und als sinnvolle Massnahme zur Begleitung der Lockerung von Corona-Massnahmen, insbesondere der Homeoffice-Pflicht. Die breite Testung der Bevölkerung soll in erster Linie über die vorgesehene Abgabe von fünfTests pro Person und Monat in Apotheken erfolgen. Parallel dazu sollen den Unternehmen Selbsttests in grossen Mengen zur Verfügung gestellt werden. Diese Abgabe muss aber mit klaren Vorgaben und einheitlichen Empfehlungen begleitet werden. Kantonale Unterschiede wie bei den bisherigen Schnelltest-Konzepten sind zu vermeiden.

Arbeitgeber Banken fordert, dass die Durchführung von Selbsttests in Unternehmen mit Lockerungen der Homeoffice-Pflicht verbunden wird. Da noch nicht klar ist, ob und wann Selbsttests für Unternehmen verfügbar sind, rät Arbeitgeber Banken derzeit von der Entwicklung eigener Teststrategien und der Beschaffung von nicht zugelassenen Antigen-Selbsttests ab. Arbeitgeber Banken wird die Mitglieder informieren und entsprechende Handlungsempfehlungen ausarbeiten, sobald verlässliche Informationen verfügbar sind.

Impfen – Von Kanton zu Kanton verschieden und zu wenig Impfstoff

Seit Anfang 2021 werden in der Schweiz Impfungen gegen Covid-19 durchgeführt. Die Impfkampagne beruht auf der Impfstrategie des Bundes, die durch die Kantone umgesetzt wird. Die priorisierten Zielgruppen der Impfkampagne sind besonders gefährdete Personen, Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt, enge Kontakte (Haushaltsmitglieder) von besonders gefährdeten Personen sowie Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko. Wann Impfungen für die breite Bevölkerung erhältlich sind, steht noch nicht fest und hängt von der Verfügbarkeit der Impfstoffe ab. Die Impfungen werden je nach Kanton in Impfzentren, Spitälern, mobilen Einrichtungen, Arztpraxen oder Apotheken durchgeführt. Ob und in welchem Rahmen auch Impfungen am Arbeitsplatz resp. durch Unternehmen durchgeführt werden können, ist noch nicht klar und hängt von den kantonalen Umsetzungsplänen ab. Die Impfungen sind kostenlos (Übernahme durch Krankenkassen und Bund, auch für Personen ausserhalb der Risikogruppen).

Arbeitgeber Banken empfiehlt die Impfung gegen Covid-19 als wirkungsvolle Massnahme zur Eindämmung der Pandemie und der damit verbundenen massiven gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Arbeitgeber sollen ihren Mitarbeitenden empfehlen, sich impfen zu lassen. Konkrete Empfehlungen sollen aber erst ausgesprochen werden, wenn bekannt ist, wo und unter welchen Umständen Impfungen für die breite Bevölkerung möglich sind. Der Aufbau einer betriebsinternen Impfinfrastruktur erscheint erst sinnvoll, wenn klar ist, ob überhaupt Impfungen in Betrieben durchgeführt werden können.

Die gesamte Covid-19-Impfkampagne beruht auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit. Ein allgemeines Impf-Obligatorium ist in der Schweiz nicht vorgesehen. Arbeitgeber können grundsätzlich aufgrund ihres Weisungsrechts eine Impfpflicht für Mitarbeitende anordnen, allerdings nur unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit. Bisher wird davon ausgegangen, dass dies nur für Mitarbeitende zulässig ist, die engen Kontakt zu besonders gefährdeten Personen haben (Personal in Spitälern und Pflegeheimen). In der Bankbranche ist deshalb eine allgemeine Impfpflicht für das Personal grundsätzlich nicht denkbar. Es fragt sich allerdings, in welchem Rahmen indirekter Druck auf Impfungen ausgeübt werden darf (z.B.: Nur geimpfte Mitarbeitende sind in einem Gebäude zugelassen; Homeoffice-Pflicht für ungeimpfte Mitarbeitende; physischer Kundenkontakt nur für geimpfte Mitarbeitende etc.). Arbeitgeber Banken vertritt die Auffassung, dass solche Massnahmen ab einem bestimmten Zeitpunkt (wenn Impfungen für die breite Bevölkerung zugänglich sind) zulässig sind.